Christoph Kolumbus
Jean Nicot
Raucher
Zigaretten
Christoph Kolumbus
Jean Nicot
Im Jahre 2001 wurden in Deutschland rund 140 Milliarden Zigaretten verkauft.
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Rauchstopp - Packen Sie's an!
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Tabak — das faule Ei des Kolumbus ...

Rauchen beschert unserem Vater Staat via Tabaksteuer jährlich über 10 Milliarden Euro — und über 100.000 Tote. Die Europäer "verdanken" dieses Laster Christoph Kolumbus, der erstmals 1519 Tabakpflanzen und —samen nach Spanien brachte. Während eines Zwischenstopps auf den Bahamas im Jahr 1492 hatte der Seefahrer Eingeborene dabei beobachtet, wie sie mit Maisblättern umwickelte Tabakblätter rauchten, die sie "Tabago" nannten. Der französische Gesandte in Lissabon, Jean Nicot (1530-1600), der der Pflanze seinen Namen lieh (Nicotiana tabacum), lobte Tabak gar als Heilpflanze bei Pest, Gicht, Zahnschmerzen und Tetanus. Inzwischen ist die Wissenschaft weiter — und weiß mehr über die schädlichen Effekte des Nikotins ...

... und seine Folgen.

Der jahrelange Zigarettenkonsum zwingt Herz und Lunge in die Knie. Es kommt zur Arterienverkalkung, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, chronischer Bronchitis und Lungenkrebs. Die große Bedeutung des Rauchens zu allen diesen Erkrankungen belegen epidemiologische Studien seit den 50er Jahren.

Eins Studie von Sir Richard Doll an britischen Ärzten mit einer Beobachtungszeit von 40 Jahren zeigt: Nur jeder 2. der über 25 Zigaretten pro Tag rauchenden, aber 80% der nie rauchenden Ärzte erreicht das 70. Lebensjahr. Im Durchschnitt verliert ein Raucher 8-9 Jahre seines Lebens.

Die Häufigkeit von Lungenkrebs hat bei Männern seit 1930 und bei Fraün seit 1960 dramatisch zugenommen. Dies ist nicht auf die allgemeine Luftverschmutzung, sondern in erster Linie auf die Inhalation von Tabakrauch zurückzuführen, die heute für ca. 90% der Bronchialkrebse verantwortlich gemacht wird. Das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken berechnet sich relativ einfach nach der sogenannten 20er-Regel: Wer 20 Jahre lang 20 Zigaretten pro Tag raucht, hat sein Lungenkrebsrisiko auf das 20fache gegenüber dem gleichaltrigen Nichtraucher gesteigert.

Im internationalen Vergleich waren die Deutschen mit rund 140 Milliarden verkauften Zigaretten im Jahre 2001 die fünftgrößte Rauchernation der Welt. Auf Platz eins liegt China.

Zigaretten — eine echte Sucht!

Zigarettenrauchen — das ist eine Suchterkrankung, vergleichbar mit der Sucht nach Heroin, Kokain und anderen schweren Giften. Der Suchtgrad wird gemessen mit dem Fagerström-Test. Je früher am Morgen ein starker Impuls zum Rauchen besteht, desto höher ist der Grad der Sucht. Umso schwerer fällt die Entwöhnung.

Fast jeder Raucher kennt die Folgen seiner Sucht — und dennoch — die Sucht nach Nikotin ist stärker, das Abgewöhnen fällt oft ungeheür schwer. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat längst die Zigarettensucht als Krankheit anerkannt.

Die Pluspunkte des Rauchens sind unbestreitbar:

• "schmeckt mir"

• "ich gönne mir was"

• "komme leichter ins Gespräch"

• "versüßt mir die Pausen"

• "mit der Zigarette halte ich den Streß leichter aus"

• "wenn ich nicht rauche, nehme ich zu"

90% wollen aufhören!

90% aller Raucher wollen eigentlich aufhören. Ein Drittel aller Raucher hat es im letzten Jahr zumindest versucht. Wer kennt nicht die guten Vorsätze zum Jahreswechsel — oft genug ist schon nach wenigen Tagen im neuen Jahr die Sucht stärker — der Rückfall kommt. Dabei gibt es Möglichkeiten sich von der Sucht zu befreien und das ist keine Zauberei! Aber Nikotinersatz-Pflaster (NiQuitin®), Kaugummi, Nasenspray und Tabletten (Zyban® ) Akupunktur, Hypnose", "Detoxspritze", das "Endlich Nichtraucher"-Buch von Allen Carr — viele Mittel werden angeboten. Wer will sich da zurecht finden?

Welche Methoden helfen wirklich?

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, das klare Unterscheidungen zwischen wirksamen und nichtwirksamen Methoden möglich sind. Dabei hat sich gezeigt, daß Methoden, bei denen der feste Wille und Entschluß des Patienten eine wichtige Rolle spielt, die erfolgreichsten sind! Sogenannte "passive" Methoden: Akupunktur, Hypnose, Detoxspritze, etc. haben ihren Erfolg nicht belegen können.

Intensive Unterstützung und Begleitung durch den Arzt erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit, besonders in den ersten Tagen und Wochen ist sie wichtig! Aber sie sollte am Besten auch nach Wochen und sogar Monaten bei Bedarf verfügbar sein!

Gesicherte Methoden der Tabakentwöhnung sind:

Verhaltenstherapie:

Einfache verhaltenstherapeutische Maßnahmen kann Zigarettenkonsum vermindern und den Rauchstopp-Tag vorbereiten. Der Patient füllt täglich einen Selbstbeobachtungsbogen aus und notiert zu jeder Zigarette Rauchgrund und Grad der Begierde.

Nikotinersatztherapie:

Nikotin — als Pflaster, Kaugummi, sogar als Nasenspray (verschreibungspflichtig) einzusetzen; auf die richtige Dosierung und Mengensteuerung kommt es dabei an.

Einsatz von Bupropion:

Zyban Tbl.® sind verschreibungspflichtig. Unter ärztlicher Kontrolle sind sie eine wichtige Hilfe bei der Entwöhnung, wobei bestimmte Richtlinien beachtet werden müssen: Einnahmedaür bis zu ca. 7 Wochen, ärztliche Überwachung unbedingt erforderlich, keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Wenn Medikamente wie Zyban® oder Nikotin zur Unterstützung eingesetzt werden, kann die Erfolgsquote verdoppelt werden.

Erfolge kommen sofort!

Entwöhnung lohnt sich sofort: Rasch werden die negativen Zeichen des Rauchens verschwinden und die Risiken werden vermindert und schließlich beseitigt:

• Schon nach einem Tag Rauchstopp wird das Herzinfarktrisiko kleiner.

• Zwei Tage nach dem Rauchstopp verfeinert sich der Geruchs- und Geschmackssinn.

• Soforteinsetzende schrittweise Besserung der Lungenfunktion.

• Positives und attraktiveres Selbstbild.

• Frischer und lebendiger Atem, schönere und frischere Haut.

• Frische Luft in Wohnung und Auto.

• Geldersparnis.

... und die Kosten?

Was kostet die Tabakentwöhnung? Rechnen sie für Medikamente in etwa den Betrag. den eine Schachtel Tabak pro Tag kosten würde: z.B. Nikotinersatz für 2 Monate: 60 Tage a ca. 2,50 € = 150 €.

Die Kosten der ärztlichen Überwachung richtet sich nach der Daür und Intensität, Kontrollmessungen des Rauchgases in der Atemluft, etc.. Insgesamt können für eine intensive Betreuung über bis zu 12 Monaten etwa 500 € zusammen kommen.

Vergleichen sie diese Kosten mit den Kosten der Zigaretten: Sie sehen, daß sie im Jahr bei einer Schachtel pro Tag ca. 1100 € ausgegeben hätten, schon im ersten Jahr also: nicht nur der Gesundheit gedient, sondern sofort auch Geld gespart!

Leichte Raucher können die Entwöhnung alleine schaffen! Der feste Entschluß ist die wichtigste Voraussetzung. Dann legen sie ihren Rauchstopp-Tag fest, werfen am Vorabend alle Zigaretten, Aschenbecher, Feürzeuge weg — und sind ab morgen Nichtraucher/in.

Damit die ersten Wochen nicht allzu schwer werden, hier einige Tips und Tricks:

• Schreiben sie ihre wichtigsten "Rauchfrei-Gründe" auf — und lesen diese jeden Morgen nach.

• Meiden sie verrauchte Orte.

• Beobachten und imitieren sie Nichtraucher: Was tun die in Situationen, in denen sie zur Zigarette greifen wollen?

• Verändern sie ihren gewohnten Tagesablauf soviel wie möglich.

• Entspannungsübungen erlernen.

• Schlafen sie soviel wie möglich: Ausgeruht geht’s besser.

• Wählen sie so oft wie möglich eine rasche Gangart, gehen sie zügig spazieren oder joggen sie regelmäßig, seien sie aktiv.

• Beschäftigen sie sich: kritzeln sie beim telefonieren oder in Sitzungen.

• Kaün sie zuckerfreie Kaugummis, knabbern sie Obst und Gemüse.

• Füttern sie ein Sparschwein mit dem gesparten Zigarettengeld. Gönnen sie sich eine Belohnung.

• Essen sie nicht mehr als vorher, eher weniger. Trinken sie dafür umso mehr.

Übrigens: Ein Rückfall ist noch kein Versagen! Nicht aufgeben! Es hat sich gezeigt: Je mehr gescheiterte Entwöhnungsversuche zurückliegen, desto wahrscheinlicher wird der nächste Entwöhnungsversuch erfolgreich sein!

Wer braucht den Arzt?

Wenn sie 15-20 Zigaretten und mehr rauchen, wenn sie früh am morgen einen sehr starken Rauchimpuls haben, dann sollten sie ihren Arzt bitten, sie bei der Tabakentwöhnung zu begleiten! Fragen sie ihren Arzt nach seinem Tabakentwöhnungskonzept!

Und jetzt: Viel Erfolg!

 
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